Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten im September einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der die erneute Zulassung des umstrittenen Herbizid Glyphosat für weitere zehn Jahre vorsieht. Zuvor kam die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu dem Schluss, dass die Verwendung von Glyphosat keine kritischen Bedenken aufwirft, gab jedoch zu, dass es Datenlücken zum ernährungsbedingten Risiko für Menschen und der Artenvielfalt gibt.
Darüber hinaus treten immer wieder Verunreinigungen von Glyphosat mit Substanzen auf, über deren Giftigkeit die EFSA in den von BAYER & Co übersandten rund 180.000 Seiten keine ausreichenden Informationen finden konnte. Unter den EU-Staaten fand sich in der ersten Abstimmung am 13. Oktober keine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag. Österreich, Luxemburg und Kroatien stimmten gegen den Entwurf, während Bulgarien, Belgien, Deutschland, Malta, die Niederlande und Frankreich sich der Stimme enthielten.
Die Enthaltung Deutschlands stand im Widerspruch zum Koalitionsvertrag, in dem die Bundesregierung einen Ausstieg aus der Glyphosatnutzung anstrebt. Die Kampagnengruppe PAN Europe wertete die fehlende Zustimmung zum Vorschlag als wichtiges Signal, denn die Mehrheit der Europäer hat Bedenken über die Auswirkungen von Pestiziden auf die Gesundheit und die Umwelt.
Alarmierend sind die Ergebnisse der neuen Langzeit-Studie "Global Glyphosat Study", der bisher umfassendsten toxikologischen Untersuchung zu Glyphosat. Erste verföffentlichte Daten zeigen, dass Glyphosat bereits in geringen Dosen bei Ratten Leukämie auslösen kann. Die Hälfte der Todesfälle in der Studiengruppe traten zudem bereits in einem frühen Alter auf.