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Donnerstag, 11. Januar 2024

Müller Milch's Kumpanei mit rechtsextremer Partei

Der Milliardär Theo Müller, Haupteigner der Müller Unternehmensgruppe (Müllermilch), hat sich im vergangenen Herbst mit AfD-Chefin Alice Weidel in Cannes getroffen, um über das Programm der beständig nach rechts abdriftenden Partei zu plaudern, wie er gegenüber dem "Handelsblatt" bestätigte. Jedoch stellte der Molkerei-Mogul klar, dass er die AfD weder persönlich noch auf Unternehmensebene finanziell unterstütze. In einer Stellungnahme Müllers hieß es, der Molkerei-Mogul habe im Gesprächsverlauf "nicht den geringsten Anhaltspunkt" für nationalsozialistische Ideologie in der Partei finden können.

Das ist wenig glaubhaft, da Herr Müllermilch das Programm dieser Partei auch im Internet hätte nachlesen können. Die Partei wird vom Verfassungsschutz in weiten Teilen als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Herr Müllermilch dürfte wohl eher die Modalitäten einer etwaigen Regierungspolitik der AfD sondiert haben. Weitere Zusammentreffen sind geplant. Diese offene Kumpanei zwischen Milliardär und dem Führungspersonal einer ins Faschistische abdriftenden Partei kommt einem weiteren Dammbruch gleich. Auf die Enthüllung hin gab es teilweise heftige Reaktionen von Funktionären des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), die nicht nur um das internationale Ansehen des Standorts Deutschland besorgt sind.

Das Hackernetzwerk "Anonymous Germany" rief umgehend zum Boykott der Müller-Marken auf. Boycott International Food Companies schliesst sich diesem Boykott an. Die Unternehmensgruppe von Theo Müller ist die größte Privatmolkerei Deutschlands und erzielte im Geschäftsjahr 2021 weltweit Umsätze von sieben Milliarden Euro. Die Vermeidung des Kaufs von Müller-Marken ist nicht einfach, da Herr Müllermilch bei Molkereiprodukten eine fast monopolartige Stellung inne hat.

Zu den Molkereimarken gehört neben Müllermilch, Weihenstephan und Landliebe auch Sachsenmilch, Almhof, die Käserei Loose, Sauermilchkäse Harzbube und Kochkäse Bönsel. Auch Milckprodukte von Handelsmarken vieler Supermarktketten (ja! bei REWE, Milbona bei LIDL, Gut und Günstig bei Edeka oder Gutes Land bei Netto, usw.) können Milch von Müller enthalten. Dies kann leicht an den Kontrolnummern auf der Packung erkannt werden: SN 016 für Sachsenmilch und BY 718 für Müllermilch. Durch die Übernahme der Heiner Kamps Food-Gruppe gehöhren auch Homann (Feinkostsalate), Nadler, Lisner (Fisch) und Rügen Feinkost zu Müller.

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