Fast-Food-Ketten und Lieferdienste konnten bislang der in Deutschland geltenden Mehrweg-Angebotspflicht ausweichen, indem sie Einweg-Plastikverpackungen für Speisen zum Direktverzehr durch andere Wegwerf-Verpackungen ersetzen. Zum Beispiel sind bei McDonald's 95% der Einwegverpackungen aus Pappe oder Aluminium, oft mit Plastik beschichtet oder gar nicht recyclefähige Mischverpackungen. Es ist schon Wahnsinn: man bestellt einen Burger und eine Pommes und am Ende bleibt ein großer Haufen Müll zurück auf dem Tablett.
Immer noch enstehen 770 Tonnen Müll täglich durch Speisen und Getränke "To-Go". Im März 2023 startete Greenpeace ein Portal, auf dem man Verstöße gegen die Mehrweg-Angebotspflicht melden konnte, um den notwendigen Druck auf die Landesbehörden aufzubauen. Am 27. Juni 2023 veröffentlichte das Bundesumweltministerium das neue Eckpunktepapier zum Verpackungsgesetz, in dem die Erweiterung des Mehrweg-Angebots für sämtliche "To-Go" Verpackungen vorgesehen ist.
Mehrweg-Lösungen müssen verpflichtend gelten und dürfen kein bloßes Zusatzangebot sein. Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn lohnt. Frankreich hat es von anfang an besser hinbekommen. In Frankreich zwingt ein Gesetz alle Restaurants mit mehr als 20 Sitzplätzen dazu, wiederverwendbares Geschirr anzubieten.
Seit dem 1. Januar 2023 dürfen Fast-Food Filialen kein Einweggeschirr wie Behälter, Besteck und Teller mehr verwenden. McDonald's in Frankreich hat darauf hin Mehrweggeschirr eingeführt. Gästen, die in der Filiale essen, werden dort unter anderem Pommes in Hartplastikschalen serviert. McDonald's Becher und Schalen kommen in einem minimalistischen Design daher. Sie bestehen aus einem Plastik namens Tritan. Da fühlt man sich fast wie in einem richtigen (etwas anderen) Restaurant. Gleichzeitig wird der Verpackungsmüll mithilfe des Mehrweggeschirrs um 40% reduziert.