Trotz nachweislicher Gefahren für Umwelt und Gesundheit hat die EU-Kommission die Genehmigung für Glyphosat im vergangenen November um 10 Jahre bis 2033 verlängert. Die Deutsche Umwelthilfe und die Aurelia Stiftung haben einen Antrag bei der EU-Kommission zur Überprüfung der Glyphosat-Zulassung eingereicht.
Die erneute Zulassung basierte auf einer unzureichenden Risikobewertung und verstößt nach Ansicht der beiden Umweltverbände gegen das im EU-Recht verankerte Vorsorgeprinzip. Sollte die Kommission den Antrag auf Überprüfung und Aufhebung der Genehmigung ablehnen, werden die Umweltverbände Klage bei den Unionsgerichten einreichen. Das US National Institutes of Health hat in einer epidemiologischen Studie neue Belege für die erbgutschädigende Wirkung des Totalherbizids gefunden. Sie untersuchten Blut, Urin und Zellen aus dem Mund von Landwirten aus den US-Bundesstaaten Iowa und North Carolina. Die Ergebnisse zeigten, dass mit zunehmender Nutzungsintensität von Glyphosat in den Blutzellen der Landwirte eine bestimmte Erbgutschädigung auftrat, die das Risiko an Blutkrebs zu erkranken, massiv erhöht.
Im Januar hat ein Geschworenengericht in Philadelphia den BAYER Konzern zu einem Rekordschadenersatz von 2,2 Milliarden US-Dollar verurteilt, was BAYER anfechten will. Das Jahr 2023 brachte BAYER einen Verlust von drei Milliarden Euro und die wachsende Schuldenlast macht den Konzern zunehmend handlungsunfähig. Ein wichtiger Grund für das Desaster heißt Glyphosat.
Bis Ende 2023 wuchs die Zahl der Glyphosat-Klagen in den USA auf 167.000. Weiterhin hat BAYER 5,7 Milliarden Euro als Risikovorsorge für diese Klagen zurückgelegt. Umsatz und Ergebnis der Agrarsparte Crop Science war gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig, vor allem durch gesunkene Glyphosat-Preise.